Welche Schneidebretter sind am hygienischsten?

Mehrere Schneidebretter aus Holz lehnen an einer Wand in der Küche.

In nahezu jeder Küche ist es zu finden und fast täglich kommt es zum Einsatz: Das Schneidebrett. Am häufigsten im Gebrauch sind Schneidebretter aus Holz, Glas und Kunststoff, aber zum Teil auch aus Marmor. Doch welche Schneidebretter sind am hygienischsten? Und worauf solltest du bei der Wahl des Materials achten? Hier findest du alle Vor- und Nachteile zu den unterschiedlichen Varianten im Überblick.

Inhaltsverzeichnis

Schneidebretter aus Holz

Sehr lange hatten Holzschneidebretter einen schlechten Ruf. Sie galten als unhygienisch – jedoch zu Unrecht! Denn im Gegenteil: Holz enthält Gerbsäuren (sogenannte Tannine), die für ihre antibakterielle Wirkung bekannt sind, da sie effektiv Keime abtöten. Besonders Schneidebretter aus robusten Holzarten, wie Bambus, Kiefer, Eiche, Olive, Nussbaum oder Teakholz, überzeugen durch ihre hohe Langlebigkeit und Hygiene. Im Übrigen ist die Reinigung mit warmem Wasser, Spülmittel und einem Schwamm genauso effektiv wie in der Spülmaschine.

Schneidebretter aus Holz sind im Vergleich zu anderen Unterlagen unübertroffen für hochwertige Messer, da die Klingen durch das nachgiebige Material besonders lange scharf bleiben. Bei guter Pflege profitierst du auch von der langen Lebensdauer eines Holzschneidebretts. Kerben, Schnittspuren und Unebenheiten auf der Oberfläche können bei hochwertigen Holzbrettern problemlos abgeschliffen und mit Öl gründlich versiegelt werden. Außerdem sehen Holzbretter einfach schön aus, oder? Durch ihre einzigartige Maserung machen Küchenbretter aus Hartholz einfach eine gute Figur auf der Arbeitsfläche.

Vorteile

  • Nachhaltig
  • Edles Design
  • Hygienisch
  • Bei guter Pflege langlebig
  • Schonend für Messer
  • Können abgeschliffen werden
  • Unempfindlich gegenüber Hitze

Leider haben die nachhaltigen und hygienischen Schneidebretter aus dem Naturmaterial ebenso Nachteile. Gegen die intensive Farbe von Lebensmitteln, wie Rote Bete, Chili oder Granatapfel, ist Holz machtlos. Schnell bleiben erste Verfärbungen zurück, die sich nur sehr mühsam entfernen lassen.

Auch Gerüche und Aromen ziehen schnell in das Holz ein. Schneidet man Zwiebeln oder Knoblauch und nach einer dürftigen Reinigung dann beispielsweise eine Wassermelone, kann diese immer noch den Geschmack annehmen. Apropos Reinigung: Für mich der wohl größte Nachteil ist, dass Holzbretter bekanntermaßen auf keinen Fall im Geschirrspüler, sondern ausschließlich per Hand gespült werden sollten. Anschließend sollte man sie zudem auch direkt trocknen, damit die Feuchtigkeit nicht in das Holz einzieht.

Nachteile

  • Nicht geeignet für die Spülmaschine
  • Verfärben sich
  • Nehmen Gerüche an
  • Bei schlechter Pflege unhygienisch
  • Kerben durch Messer

Schneidebretter aus Kunststoff

Schneidebretter aus Plastik gehören zu den beliebtesten Schneideunterlagen in der Küche, da sie ganz einfach in der Spülmaschine gereinigt werden können. Das macht sie besonders hygienisch und einfach in der Handhabung. Und auch der Preis spricht meistens für sie.

Zudem nehmen Plastikbretter keine Gerüche an und auch gegen Verfärbungen sind sie etwas resistenter als Holz. Zwar ist Holz noch immer der Spitzenreiter, was die Abnutzung der Klinge angeht, jedoch macht ein Kunststoffschneidebrett das geliebte Küchenmesser ebenfalls nicht direkt stumpf. Tipp: Schneidebretter aus dem Kunststoff Polyethylen (PE 500) werden durch ihren hohe Hygienestandart auch häufig in der Gastronomie verwendet.

Vorteile

  • Hygienisch
  • Preiswert
  • Spülmaschinengeeignet
  • Nehmen keine Gerüche an
  • Schonend für Messer

Einen heißen Topf solltest du auf einem Brett aus Kunststoff nicht abstellen. Sonst war es die längste Zeit eine pflegeleichte Schneidunterlage (und auch auf eine heiße Herdplatte sollte man sie nicht ablegen – ich spreche aus Erfahrung). Günstige Plastikschneidebretter formen sich durch die Hitze oft sogar bereits im Geschirrspüler. Dass die Lebensdauer schneller ein Ende nimmt, erkennt man auch an den zahlreichen Schnitten, die sich nach einiger Zeit auf der Oberfläche in Form von Rillen bemerkbar machen. Im Gegensatz zu Holz hat Kunststoff keine antibakteriellen Eigenschaften, weshalb es dann heißt: Ab in den Müll – nicht besonders nachhaltig.

Zwar habe ich bei den Vorteilen bereits erwähnt, dass Schneidbretter aus Kunststoff resistenter gegen Verfärbungen sind als Holz, jedoch können auch hier hartnäckige Flecken zurückbleiben. Wer kennt es nicht: Ein Teller oder Topf mit den Resten einer Tomatensauce kann nach dem Spülgang in der Maschine für böse Überraschungen auf hellem Kunststoff sorgen.

Nachteile

  • Nicht nachhaltig
  • Kerben durch Messer
  • Können sich verfärben
  • Verformen sich durch Hitze

Schneidebretter aus Glas und Stein

Weniger verbreitet sind Schneidebretter aus Glas oder Stein, obwohl sie durch die leichte Reinigung in der Spülmaschine (mit der Ausnahme von Schneidebrettern aus Marmor) und die glatte Oberfläche sehr hygienisch sind. Auch Materialverformungen durch hohe Temperaturen, Rillen von scharfen Messerklingen, sowie Verfärbungen und Gerüche haben bei den robusten Materialien keine Chance.

Vorteile

  • Sehr hygienisch
  • Spülmaschinengeeignet
  • Keine Kerben durch Messer
  • Verfärben sich nicht
  • Nehmen keine Gerüche an

Dass Schneidebretter aus Stein und Glas trotz der vielen Vorteile nicht besonders gerne verwendet werden, liegt an einem erheblichen Nachteil: Glas und Stein machen scharfe Messer ganz schnell stumpf. Teure Küchenmesser sollten deshalb besser von den harten Materialien als Schneidunterlage ferngehalten werden. Zudem können Stein- und Glasschneidebretter durch starke äußere Einflüsse splittern oder brechen.

Nachteile

  • Machen Messer stumpf
  • Können splittern bzw. brechen

Wann sollte ein Schneidebrett ausgetauscht werden?

Ob zum Frühstück, Mittag- oder zum Abendessen, das Schneidebrett kommt selbst bei Kochmuffeln fast täglich zum Einsatz. Einmal im Haushalt eingezogen, bleiben Schneidebretter oft für viele Jahre Teil der Küchenausstattung. Doch wie oft sollte man ein Schneidebrett wechseln? Hier gilt: Die Optik entscheidet. Zwei Anzeichen, dass auch dein Schneidebrett bereit für den Ruhestand ist:

  1. Bei den anfänglichen kleinen Rissen und Rillen durch die tägliche Verwendung handelt es sich inzwischen um große Furchen, die an den Grand Canyon erinnern.
  2. Die starken Verfärbungen erinnern dich immer an das leckere Rotkraut an Weihnachten – vom letzten Jahr.


Kaputte Plastik- bzw. Kunststoffbretter sind ein Fall für den Müll. Harte Holzschneidebretter hingegen können gründlich abgeschliffen und neu geölt werden. Besonders lange Freude hast du an deinem nächsten Schneidebrett, wenn du auf eine hochwertige Qualität setzt und es von Beginn an gut pflegst. Dazu hier mehr: Holzschneidebrett pflegen, reinigen & ölen – so geht‘s

Was sollte beim Kauf eines Schneidebrettes beachtet werden?

Im ersten Moment ist das Schneidebrett ein unscheinbarer Gegenstand, jedoch kann es bei guter Pflege ein treuer Begleiter sein. Schließlich verbringen wir die meiste Zeit in der Küche nicht nur am Herd, sondern vor allem bei der Vorbereitung der Speisen, wie dem Schnippeln der einzelnen Zutaten. So unterschiedlich wie unsere Ernährungsgewohnheiten, sind auch die Ansprüche an das perfekte Schneidebrett. Stelle dir vor dem Kauf am besten folgende Fragen:

  • Welche Lebensmittel schneidest du besonders häufig?
  • Wie groß sollte dein Schneidebrett sein?
  • Legst du Wert auf ein bestimmtes Material oder Design?
  • Möchtest du ein klassisches Schneidebrett oder etwas Besonderes?


Ich verwende zwar ebenso gerne Plastikbretter, da ich es liebe, dass sie spülmaschinengeeignet sind, jedoch sind meine liebsten Bretter aus Holz. Einerseits mag ich die Haptik des Naturprodukts und anderseits bin ich ein großer Fan von nachhaltigen Küchenmaterialien. Zudem kann ich dir wärmstens diese beiden Features empfehlen, auf die man nicht mehr verzichten möchte, wenn man sie einmal hatte:

Schneidebretter mit Saftrillen

Die kleinen Einkerbungen am Rand vieler Schneidebretter dienen nicht etwa der Optik, sondern haben einen praktischen Hintergrund. Die sogenannten Saftrillen fangen austretende Flüssigkeiten der Lebensmittel auf und verhindern somit das Verunreinigen der Arbeitsfläche. Zwar sind die Saftrillen insbesondere für Fleisch gedacht, jedoch weiß ich sie auch beim Schneiden von beispielsweise Tomaten, Orangen oder Melonen sehr zu schätzen. Für mich ist die simple Konstruktion von Schneidebrettern mit Saftrille* nahezu unverzichtbar und ein absolutes Muss. 

Schneidebretter mit Auffangschale

Sie nehmen zwar viel Platz ein und sind daher eher für eine dauerhafte Unterbringung auf der Arbeitsfläche gedacht, allerdings sind Schneidebretter mit einzelnen Auffangschalen für die bereits geschnittenen Zutaten eine wirklich grandiose Erfindung. Schließlich sollten die einzelnen Zutaten für das optimale Ergebnis meist zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den Topf gegeben werden. So hat man alles vorbereitet und dennoch genug Platz. Ein wahrer Luxus für alle, die gerne auch mal Rezepte mit vielen Zutaten kochen.

Fazit: Welche Schneidebretter sind am hygienischsten?

Das beste Schneidebrett: Nicht eins, sondern zwei! Alle Schneidebretter sind, bei guter Reinigung und Pflege, gleichermaßen hygienisch und resistent gegenüber Keimen, Salmonellen und Bakterien. Von Stein- oder Glasschneidebrettern solltest du, deinen Messerklingen zuliebe, allerdings besser Abstand nehmen. Doch was ist nun besser Holz oder Kunststoff? Die Antwort ist: Beides! Am besten ist die Verwendung von mehreren Schneidebrettern für unterschiedliche Lebensmittel.

Holzschneidebretter sind zum Schneiden von Brot, Käse, Salat, Obst und Gemüse zu empfehlen. Für die Verarbeitung von rohem Fleisch, Fisch, farb- und geruchsintensiven Lebensmittel, wie Chili, Zwiebeln, Rote Bete und Knoblauch sind Plastikschneidebretter am besten geeignet.

Häufige Fragen – kurz & knapp

Jedes Schneidebrett hat Vor- und Nachteile: Besonders hygienisch und messerschonend sind Bretter aus Holz und Kunststoff. Holzschneidebretter sind äußerst nachhaltig und ideal zum Schneiden von Brot, Gemüse und Obst. Plastikschneidebretter können in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden und eignen sich insbesondere für rohes Fleisch und färbende Lebensmittel.

Studien haben bestätigt, dass Holzbretter durch ihre enthaltenen Gerbsäuren die Ansiedelung von Bakterien, Keimen und Salmonellen aktiv verhindern. Bretter aus Harthölzern, wie Kiefer, Ahorn, Bambus, Akazie oder Nussbaum, setzen bei jedem Schnitt die antibakteriellen Stoffe frei und sorgen so für die höchste Hygiene.

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