Gänseblümchen-Honig

Gänseblümchen-Honig in einem Bügelglas. Von einem Honiglöffel läuft der goldene Gänseblümchen-Honig in das Glas.

Die Bienen summen wieder fleißig durch die Wiesen und schweben dabei grazil von Blume zu Blume, um neuen Honig zu produzieren. Ein wirklich sehr schöner Anblick, oder? Doch man kann Honig auch selbst machen, ganz ohne Bienen. Wie das geht? Ganz einfach aus Gänseblümchen! Um genau zu sein braucht es nur vier Zutaten für den selbstgemachten Gänseblümchen-Honig: Die Blüten der Gänseblümchen, Wasser, Zucker und etwas Zitronensaft. Die vegane Honigalternative schmeckt fantastisch, fast wie der echte Bienenhonig, vielleicht sogar noch besser. Zudem hat er eine wunderschöne gold-gelbe Farbe und die perfekte Honigkonsistenz. Die Zubereitung macht wirklich Riesenspaß, ganz besonders der Weg auf die Wiese und das Pflücken der herrlich duftenden Gänseblümchen macht dieses Rezept zu etwas ganz Besonderem.

Gänseblümchen sind essbar?

Alle Teile der Gänseblümchen kann man roh essen – sowohl die Blätter als auch der Stiel und die Blüten. Für den Gänseblümchen-Honig werden jedoch nur die Blüten verwendet. Besonders beliebt sind Gänseblümchen auch für die Zubereitung von Tees oder als Hingucker im Salat. Übrigens besteht bei Gänseblümchen keine Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen. Gänseblümchen können höchstens mit den ungiftigen Blüten der Kamille oder der Margerite verwechselt werden. Somit kann man das Pflücken der Blümchen auch bedenkenlos an kleinere Kinder abgeben, ohne später Angst vor einer Vergiftung haben zu müssen.

Sind Gänseblümchen gesund?

Gänseblümchen sind nicht nur essbar, sondern sogar auch noch sehr gesund! Sie enthalten viele Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Schon seit hunderten Jahren schwören die Menschen auf die heilende Wirkung der Gänseblümchen. Als Tee oder Tinktur wirken die Blüten beispielsweise gegen Fieber, Erkältungen, Entzündungen und Kopfschmerzen. Außerdem wird die kleine Blume auch gerne zur Herstellung von Kosmetika, wie Salben oder Ölen, verwendet.

Wo Gänseblümchen pflücken?

Gepflückt werden können Gänseblümchen den ganzen Frühling bis spät in den Herbst, also ca. von März bis Oktober. Beim Pflücken solltest du darauf achten, dass die Blumen von einer möglichst unberührten Wiese stammen. Also möglichst weit weg von der Straße und irgendwo, wo wenig Hunde unterwegs sind und die Fläche nicht gedüngt oder gespritzt wurde. Am besten eignet sich die Mittagssonne zum Sammeln der Gänseblümchen, da sie zu dieser Zeit ihre Blüten weit geöffnet haben.

Wie wird der Gänseblümchen-Honig hergestellt?

Der Gänseblümchen-Honig besteht aus nur vier Zutaten: Frisch gepflückten Gänseblümchen, Zitronensaft und zum gleichen Teil Wasser, wie Zucker. Zuerst wird aus den Blüten der Gänseblümchen ein Tee gekocht, welcher mehrere Stunden oder noch besser über Nacht durchziehen muss – die ganze Wohnung duftet dabei übrigens wahnsinnig lecker, als würde man gerade mitten auf einer Wiese liegen. Je länger man die Blüten in der Flüssigkeit ziehen lässt, desto intensiver wird der Honig, da sie so viel besser ihren vollen Geschmack des Nektars entfalten können. Nach der Ziehzeit werden die Blüten abgesiebt und nur der Tee wird weiter zum Honig verarbeitet. Dieser kommt zusammen mit dem Zitronensaft und dem Zucker in einen Topf und wird eingekocht, bis der Gänseblümchen-Honig die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Der fertige Blütenhonig muss dann nur noch in sterilisierte Schraubgläser abgefüllt werden und vollständig auskühlen. Die Herstellung des selbstgemachten Honigs eignet sich perfekt, um auch Kinder am Prozess teilhaben zu lassen. Ganz besonders das Pflücken der frischen und duftenden Blüten ist ein Riesenspaß für alle Beteiligten – nur am Herd sollte definitiv ein Erwachsener übernehmen.

Alternative Zutaten

Die wenigen Zutaten des Gänseblümchen-Honigs lassen sich auch ganz einfach durch Alternativen abwandeln. Statt dem Zitronensaft könntest du auch Limettensaft oder Zitronensäure verwenden. Der raffinierte Zucker lässt sich auch problemlos durch braunen oder Rohrzucker austauschen. Auch bei den Blüten bist du nicht unbedingt an die Gänseblümchen gebunden, sondern du kannst auch einen Teil durch Löwenzahnblüten ersetzen. Mein nächstes Experiment wird es Fichtenspitzen, eine Vanilleschote oder etwas Tonkabohne mit in den Tee aus den Gänseblümchenblüten zu geben – das schmeckt sicherlich auch wahnsinnig lecker, aber zuerst muss ich meine neuen Vorräte wieder aufbrauchen.

Der Honig ist zu flüssig oder zu fest

Die Konsistenz der veganen Honigalternative variiert je nach Kochzeit und Temperatur. Je länger du den Gänseblümchen-Honig kochst, desto fester wird er. Bevor du den Honig in die Gläser abfüllst, solltest du auf jeden Fall eine Gelierprobe machen. Tropfe dafür etwas Honig auf einen Teller und lass ihn vollständig auskühlen. Denn erst nach dem Erkalten kann man die endgültige Konsistenz feststellen. Sollte der Blütenhonig noch zu flüssig sein, muss er noch etwas länger vor sich hin köcheln. Ist der Honig schon zu fest geworden, kann man ganz einfach wieder etwas Wasser hinzugeben.

Wie lange ist Gänseblümchen-Honig haltbar?

Der vegane Honig hält sich durch die lange Kochzeit und den hohen Zuckergehalt wirklich eine Ewigkeit. Ich könnte wetten, dass der Gänseblümchen-Honig auch noch nach Jahren mehr als genießbar ist, doch so alt wurde er bei mir bei Weitem noch nie. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass sauber gearbeitet wird. Ganz besonders wichtig für die Haltbarkeit des Blütenhonigs ist es, die Gläser vor dem Abfüllen zu sterilisieren. Gelagert werden sollte der vegane Honig an einem kühlen und dunklen Ort, beispielsweise im Vorratskeller.

Wie sterilisiert man Einmachgläser?

Die Schraubgläser, samt der Deckel, lassen sich am einfachsten sterilisieren, indem man sie in einem großen Topf für mehrere Minuten kocht oder bei 120 Grad im Backofen für etwa 10 – 15 Minuten erhitzt. Durch das Sterilisieren der Gläser schließt man aus, dass mögliche Keime in den Blütenhonig gelangen und erhöht somit die Haltbarkeit.

Wie schmeckt Honig aus Gänseblümchen?

Stellen wir uns der wohl aller wichtigsten Frage: Dem Geschmack! Der Blütenhonig hat eine einzigartige, ganz leichte, nicht zu aufdringliche Note, durch den Nektar der frischen Blüten. Diese Note macht ihn zu etwas ganz Besonderem. Je nach Jahreszeit und Herkunft kann der Geschmack der Blüten, sowie bei den meisten Naturprodukten, immer leicht variieren. Ansonsten kommt der Geschmack des Gänseblümchen-Honigs einem „normalen“ Bienenhonig sehr nahe. Sofern man davon absieht, dass dieser auch geschmacklich je nach Region und Standort der Bienen ganz unterschiedlich ausfallen kann. Da ich es immer sehr schwer finde einen Geschmack zu beschreiben würde ich dir empfehlen, dass du das Rezept für den Gänseblümchen-Honig ganz einfach einmal selbst ausprobierst. Es lohnt sich!

Zutaten für den Gänseblümchen-Honig

650 Gramm
Für den Honig benötigst du
  • 500 ml Wasser
  • 500 g Zucker
  • 60 g Gänseblümchen frisch
  • 1 Zitrone

Zubereitung

  • 1. Wasche die frisch gesammelten Gänseblümchen kurz unter kaltem Wasser ab und entferne die Reste der grünen Stiele.
  • 2. Gib die gewaschenen Gänseblümchen zusammen mit dem Wasser in einen Topf und bringe die Flüssigkeit auf höchster Stufe kurz zum Kochen. Schalte den Herd anschließend wieder aus und lass den Gänseblümchentee, samt der Blüten, für mindestens 4 Stunden, besser über Nacht, bei geschlossenem Deckel an einem kalten Ort ziehen.
  • 3. Gieße den durchgezogenen Tee aus den Gänseblümchenblüten durch ein feines Sieb und fange die Flüssigkeit in einem großen Topf wieder auf. Drücke die im Sieb aufgefangen Blüten gründlich mit einem Löffel aus, sodass möglichst wenig Flüssigkeit in ihnen zurückbleibt. Die ausgedrückten Gänseblümchen werden nun nicht mehr benötigt und können entsorgt werden.
  • 4. Presse den Zitronensaft aus und gib ihn zusammen mit dem Zucker zum Gänseblümchentee in den Topf.
  • 5. Koche die Flüssigkeit unter stetigem Rühren einmal kurz auf und reduziere anschließend die Temperatur auf niedrige Stufe. Lass die Flüssigkeit nun für etwa 1,5 - 2 Stunden (ohne Deckel) köcheln. Rühre den veganen Honig dabei zwischenzeitlich immer wieder um.
Tipp

Je nach Herd und Flüssigkeitsmenge kann die Kochzeit stark variieren. Um zu prüfen, ob dein Gänseblümchen-Honig schon die für dich perfekte Honigkonsistenz hat, kannst du ein paar Tropfen der heißen Flüssigkeit auf einen kalten Teller träufeln. Nach kurzer Zeit ist der vegane Honig auf dem Teller abgekühlt und die derzeitige Konsistenz des Honigs erkennbar.

  • 6. Fülle den fertigen Gänseblümchen-Honig noch heiß in die sterilisierten Einmachgläser ab und schließe direkt die Deckel. Achtung: Der Blütenhonig wird sehr heiß! Am besten verwendest du zum Schließen der Gläser ein Geschirrhandtuch, damit du dir nicht die Finger verbrennst. Keinesfalls sollten Kinder das Abfüllen übernehmen.
Nun kannst du die Gläser deines Gänseblümchen-Honigs nach Belieben mit einem hübschen Etikett beschriften. Der vegane Honig eignet sich auch perfekt als kleines Gastgeschenk.
Der Blütenhonig schmeckt hervorragend in Honig-Senf-Dressings, als Süßungsmittel für Heißgetränke oder Süßspeisen, im Müsli oder natürlich auch direkt auf dem Brot als süßer Aufstrich. Auch zum Backen ist der vegane Honig perfekt geeignet.
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